Der Göttliche Eros besiegt den Irdischen Eros by Giovanni Baglione - um 1602 - 121,4 x 183,4 cm Gemäldegalerie Der Göttliche Eros besiegt den Irdischen Eros by Giovanni Baglione - um 1602 - 121,4 x 183,4 cm Gemäldegalerie

Der Göttliche Eros besiegt den Irdischen Eros

Öl aud Leinwand • 121,4 x 183,4 cm

  • Giovanni Baglione - 1566 - 30. Dezember 1643 Giovanni Baglione

    um 1602

Bagliones Eros, geschaffen für den Kardinal Benedetto Giustiniani, war eine Antwort auf den Eros, den Caravaggio für Marchese Vincenzo Giustiniani malte, den Bruder des Kardinals (ja, das klingt nach Familienstreitigkeiten).

Caravaggio hatte einen hübschen, provokativ nackten Jungen als jugendlichen Gott der irdischen Liebe gemalt, der ein Sieger über die liberalen Künste, Macht und Ruhm sein sollte. Zudem gab Caravaggio ihm Züge eines Jungen, der ebenfalls für religiöse Figuren Modell gestanden hatte. Dies war eine Herausforderung der moralischen Werte seiner Zeitgenossen. In diesem Werk sieht alles anders aus – Baglione hat die Irdische Liebe durch den göttlichen Eros in Rüstung zu Fall gebracht. Ein Teufel mit den Ohren eines Fauns und einem Dreizack sitzt unten links im Bild. Die Antike war sich des Wetteiferns um die menschliche Seele bewusst, das zwischen Eros und Anteros, dem Gott der Gegenliebe, stattfand. Anteros ist auch der Peiniger derer, die die Liebe oder die Avancen anderer verspotten, oder auch der Rächer unerwiderter Liebe. Falls die beiden versöhnt werden, wird die perfekte Liebe erreicht. Im Kontrast dazu, zielt Bagliones Bild auf die Unterwerfung der irdischen Liebe ab, wenn es nach der offiziellen Kirchenlehre dieser Zeit geht. Der göttliche Eros, erinnernd an den Fall des heiligen Michaels, zieht seinen Arm zurück für den finalen Schlag.