Konrad Mägi war ein estnischer Maler, einer der ersten Modernisten in Estland und den nordischen Ländern, und ist für seine visionären Landschaften bekannt. Er arbeitete nur 16 Jahre lang und doch wird sein Gesamtwerk auf rund 400 Gemälde geschätzt. Mägi arbeitete in verschiedenen Teilen Europas: Dänemark, Norwegen, Frankreich, der Insel Saaremaa, Süd-Estland und Italien. Ende Juni 1922 kam er in Venedig an, vermutlich mit dem Zug aus Bologna, wie aus den Notizen in seinem Skizzenbuch hervorgeht, die sowohl Tages- als auch Nachtzugabfahrten auflisten. Er wohnte wahrscheinlich im Hotel Cavalletto, direkt hinter dem Markusplatz. Obwohl sein Besuch weniger als einen Monat andauerte, war er äußerst produktiv: Mägi fertigte diverse Zeichnungen an, die ihm später als Basis für mindestens elf Gemälde dienten.
Ob irgendwelche dieser Werke noch vor Ort fertiggestellt wurden, bleibt ungewiss. Eine Postkarte, die er nur wenige Wochen vor seiner Abfahrt schrieb, offenbart seine Frustration: „Leider habe ich nicht eine einzige Sache fertiggestellt.“ Ein Großteil seiner Aktivität konzentrierte sich auf den Markusplatz und die umliegenden Straßen, die eine reichhaltige visuelle Umgebung für seine Studien boten.
Das Gemälde soll die Ponte Widmann darstellen, eine Brücke im Nordosten Venedigs, die nach dem deutschen Schriftsteller Joseph Victor Widmann benannt ist, der etwas mehr als ein Jahrzehnt vor Mägis Ankunft gestorben war.
PS: Mägi fängt Venedig in Zeichnungen ein, die wie Postkarten der Stadt selbst wirken. Welchen Blick würdest du verschicken, eine ruhige Brücke, einen wimmelnden Platz oder eine versteckte Ecke? Erkunde die Postkartensets im DailyArt Shop und teile ein Stück Kunst mit deinen Liebsten.
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Konrad Mägi