Andeutungen von Schwänzen, Fell und Hörnern treten aus den dynamischen Linien dieses Holzschnitts von Franz Marc hervor. Anstatt eine bestimmte Tierart darzustellen, vermittelt die Komposition den Eindruck einer Ansammlung tierischer Formen, deren Körper zu einer gemeinsamen, beinahe mythischen Präsenz innerhalb der Natur verschmelzen. Das Bild bringt zum Ausdruck, was Marc in vielen seiner Werke zeigen wollte: nicht das äußere Erscheinungsbild der Tiere, sondern ihre innere Lebenskraft und geistige Essenz.
Marc, Mitbegründer der Blauen Reiter in München, schuf diesen Holzschnitt im Jahr 1912. Zu dieser Zeit hatte er bereits begonnen, Tiere als Symbole von Reinheit und Unschuld zu betrachten – als idealen Gegenpol zu der Gewalt und Verdorbenheit, die er mit der modernen menschlichen Gesellschaft verband. Hier lösen sich einzelne Wesen in einer einzigen organischen Einheit auf, geborgen innerhalb der Natur.
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