Für uns ist Januar der Monat des Kröller-Müller-Museums. Das heißt, dass wir während der nächsten vier Wochen Meisterwerke aus dessen fantastischer Sammlung präsentieren werden. Sie müssen wissen, dass dieses Kunstmuseum mit Skulpturengarten im Hoge Veluwe Nationalpark Otterlo in den Niederlanden nach dem van Gogh-Museum die zweitgrößte van Gogh-Gemäldesammlung besitzt. Und tausende weitere wundervolle Meisterwerke :) Viel Spaß!
Von allen Arbeiten aus Charly Toorops Werk hinterlassen ihre Selbstporträts möglicherweise den größten Eindruck. Sie malt sich selbst genau und unbarmherzig, fast immer direkt von vorn oder in Dreiviertelansicht. Ihr Gesicht erscheint gemeißelt, mit harten Linien und Oberflächen. Jedes ihrer Selbstporträts wird von den Augen dominiert, die sie unverhältnismäßig groß darstellt, was dem Porträt eine enorme Kraft verleiht.
In diesem Selbstporträt malt Charley Toorop sich selbst während des Zweiten Weltkrieges. Sie hat im Krieg Freunde verloren und war gezwungen, ihr Zuhause und ihr Atelier zu verlassen. Der nachdenkliche Blick und ihr gesamter Gesichtsausdruck reflektieren ihren Gemütszustand. Der schwarze Hut mit Schleier und der schwarze Mantel weisen auf Trauer hin. Auffallend inmitten all des Schwarzen ist die violette Blüte, möglicherweise Symbol eines Neubeginns.
Das Gemälde zeichnet sich durch eine straffe Komposition aus. Die Linien des Mundes, der Nase und die Gesichtsfalten sind steif. Mit scharfer Beobachtung nicht nur ihres äußerlichen Erscheinungsbildes, sondern auch ihrer inneren Verfassung zeigt Charley Toorop in diesem Bild eine kompromisslose Darstellung ihres zutiefst essentiellen Selbst.
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