Warum nicht Models aus einer Zeitung ausschneiden, Flügel daran malen und dann Hutnadeln benutzen, um sie zwischen Blumen zu platzieren, denn was könnte wunderbarer sein als Feen am Ende des Gartens? Genau das taten Elsie Wright (16) und Frances Griffiths (9) im Jahre 1917, und danach nahmen sie mit einer Viertelplattenkamera, die Elsies Vater gehörte, zwei Fotos ihres Projekts auf, die so realistisch waren, dass sie als schlüssiger Beweis für die Existenz magischer Kreaturen bejubelt wurden!
Im Jahre 1920 wurden drei weitere Bilder aufgenommen und die Photoreihe gelangte an die Öffentlichkeit. Die Reaktionen waren unterschiedlich: Elsies Vater war niemals überzeugt von der Echtheit der Bilder, und eine australische Zeitung schrieb, dass man 'Für die wirkliche Erklärung dieser Feenphotographien [...] kein Wissen über okkulte Phänomene, sondern Wissen über Kinder [benötigt]’. Auf der anderen Seite glaubte Sir Arthur Conan Doyle, der Autor der Sherlock Holmes-Geschichten, dass die Photographien 'sichtbare Beweise eines psychischen Phänomens' seien. Diese Ansicht publizierte er sogar in The Strand.
Die Cousinen gestanden in den 1980er Jahren, dass die Photographien Fälschungen waren, oder zumindest die ersten vier (bei der fünften waren sie sich nicht einig). Sie erklärten, dass sie sich bis dahin zu sehr geschämt hatten, ihren Schabernack zuzugeben, nachdem dieser eine solche Lawine an Reaktionen ausgelöst hatte. Die Cottingley Feen waren eine internationale Sensation geworden, auch wenn sie in Wirklichkeit nur das schelmische Resultat der Phantasie zweier ziemlich kreativer Mädchen gewesen waren. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich kann fast das Kichern der Mädchen hören, während sie ihre Feen für den besten Schnappschuss positionieren :)
- Sarah