Claude Cahun, geboren als Lucy Schwob, war eine französische surrealistische Fotografin, Bildhauerin und Schriftstellerin, die eine Vielzahl performativer Personas annahm und für ihr androgynes Erscheinungsbild bekannt war, das die strengen Geschlechterrollen ihrer Zeit herausforderte. Schwob nahm 1914 das Pseudonym Claude Cahun an. In ihren Schriften bezog sich Cahun meist mit grammatisch weiblichen Wörtern auf sich selbst, sagte aber auch, dass ihr tatsächliches Geschlecht fließend sei. Zum Beispiel schreibt Cahun in Disavowals: „Maskulin? Feminin? Das hängt von der Situation ab. Neutral ist das einzige Geschlecht, das mir immer passt.“
Cahuns Selbstporträts, viele entstanden mit ihrer Partnerin Marcel Moore (ebenfalls bei der Geburt als weiblich eingeordnet und unter einem männlichen Namen arbeitend), verwischen traditionelle Geschlechtergrenzen. Ihre Bildsprache greift auf männliche Archetypen zurück – nicht hypermaskuline, sondern eher die raffinierte, dandyhafte Ästhetik der homosexuellen Kultur des späten 19. Jahrhunderts. In dem bekannten Foto, wo Cahun eine Oscar Wilde-ähnliche Frisur und ein Hemd mit der Aufschrift „Ich bin im Training. Küss mich nicht.“ trägt, wird Geschlecht performativ und mehrdeutig.
PS: Lies mehr über das Leben und Werk von Claude Cahun – einer bahnbrechenden queeren Künstlerin!
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Claude Cahun