Morgana le Fay, die Zauberin aus der Artus-Sage, war die eifersüchtige Halbschwester von König Artus und beneidete ihn um seine Macht und die Verehrung, die er genoss. Von Neid auf seine moralische Stärke zerfressen, versuchte sie immer wieder, sowohl sein Leben als auch seine Herrschaft zu untergraben. In dieser Szene steht sie vor einem Webstuhl, an dem sie ein verzaubertes Gewand gewebt hat, das Arthurs Körper in Flammen aufgehen lassen soll. Während sie eine Lampe in ihren Händen hin und her schwingt, singt sie ihre Zaubersprüche. Glücklicherweise befahl Arthur seinem Boten, das Gewand zuerst anzuziehen – und entkam so ihrer tödlichen Falle.
Ihr Auftreten hier – mit offenem Haar, kraftvollen Gesten und einem Leopardenfell, das über ihren Körper drapiert ist – vermittelt das Bild einer gefährlichen, ungezähmten weiblichen Sexualität. Edward Burne-Jones schuf 1862 eine Gouache-Studie von Morgana le Fay, doch es ist Sandys' Darstellung, die bis heute das ikonischste viktorianische Bild der Zauberin bleibt.
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Frederick Augustus Sandys