Heinrich Kühn war ein deutsch-österreichischer Fotograf und Pionier der Fotografie. Gemeinsam mit Hans Watzek und Hugo Henneberg war er Teil der Künstlergruppe Wiener Kleeblatt. Durch seine piktorialen Fotografien, vom Impressionismus beeinflusst, wurde Kühn zu einem der bedeutendsten Repräsentanten der Kunstfotografie, dem ersten fotografischen Stil, der sich als unabhängige Kunstform etablierte.
Kühn wies die manuelle Manipulation von Bildern, damals eine beliebte Technik, zurück. Stattdessen versuchte er, malerische Effekte durch fotografische Methoden zu erreichen, zum Beispiel durch die Nutzung edler Druckverfahren. Er produzierte häufig bis zu hundert Negative eines einzigen Motivs, um das erhoffte Ergebnis zu erlangen.
Das heutige Foto mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Warum? Es wurde mithilfe der Photochrom-Technik angefertigt, einem Verfahren, bei dem Fotografien von einem einzigen schwarz-weißen Negativ handgefärbt und anschließend auf Lithografieplatten übertragen wurden. Diese Methode ist eine fotografische Variation der Chromolithografie (Farblithografie). Da im fotografischen Prozess keine Farbinformationen erhalten wurden, machte der Fotograf gängigerweise detaillierte Notizen zu den Farben des Motivs und nutzte diese, um das Negativ per Hand zu kolorieren, bevor es mithilfe farbiger Gele auf die Druckplatten übertragen wurde.
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Heinrich Kühn