Heute reisen wir ins schöne Krakau, wo im Nationalmuseum Krakau eine neue Galerie der europäischen Kunst eröffnet wurde. Dort werden ausgewählte Beispiele der interessantesten und bedeutendsten europäischen Gemälde und Skulpturen aus der Museumssammlung präsentiert – darunter auch das heutige Werk, das Lavinia Fontana zugeschrieben wird. Viel Freude damit!
Lavinia Fontana, eine in Bologna und Rom tätige Malerin, war die erste Künstlerin, die sowohl in Italien als auch im Ausland breite Anerkennung erlangte. Sie malte religiöse Szenen, doch der interessanteste Teil ihres Œuvres sind ihre Porträts. Dieses Gemälde verbindet die Darstellung einer biblischen Heldin mit dem Selbstporträt der Malerin. Die alttestamentliche Judith rettete ihre Heimatstadt vor der Zerstörung durch das assyrische Heer, indem sie dessen Feldherrn Holofernes tötete. Es ist kein Zufall, dass dieses Thema – das weibliche Initiative, Handlungsfähigkeit und Vergeltung als Widerstand gegen Gewalt zeigt – von Künstlerinnen mehrfach aufgegriffen wurde. Das Bild wurde auf dem umgedrehten, unvollendeten Porträt einer verschleierten Frau gemalt. Eine solche Wiederverwendung einer unvollständigen Komposition ist im kreativen Prozess der Maler*innen der frühen Neuzeit nicht ungewöhnlich.
PS: Lies mehr über die wegweisende Karriere von Lavinia Fontana!
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