Unter einer überdachten Struktur knabbert ein struppiges Tier – möglicherweise ein Faultier – an einem Zweig, während darüber ein lateinischer Text aus der Bergpredigt Jesu erscheint. Obwohl Bild und Text vollkommen miteinander verbunden wirken, entstanden ihre Bestandteile im Abstand von fast 30 Jahren. Die elegante, an römische Schrift angelehnte Kalligrafie wurde vom ungarischen Künstler Georg Bocskay als Demonstration seiner Meisterschaft geschaffen; ursprünglich stand sie vor einem schlichten schwarzen Hintergrund.
Die Illustration wurde später von Joris Hoefnagel hinzugefügt. Er deutete die allmählich kleiner werdende Schrift als Hinweis auf räumliche Tiefe – eine Illusion, die zugleich durch die Flächigkeit des Textes unterlaufen wird. Um diesen Effekt zu verstärken, rahmte er die Buchstaben in eine architektonische Struktur, die in Perspektive dargestellt ist. Zugleich reagierte Hoefnagel spielerisch auf den dunklen Hintergrund, den er als Nacht interpretierte: Das Fell des Tieres schimmert in silbrigen Lichtern, und feine Goldakzente glühen sanft in der umgebenden Dunkelheit.
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Joris Hoefnagel