Zwei Welpen unter einem blühenden Pflaumenbaum (Detail) by Nagasawa Rosetsu - 18. Jahrhundert - 121,3 x 27,5 cm Private Sammlung Zwei Welpen unter einem blühenden Pflaumenbaum (Detail) by Nagasawa Rosetsu - 18. Jahrhundert - 121,3 x 27,5 cm Private Sammlung

Zwei Welpen unter einem blühenden Pflaumenbaum (Detail)

Tinte und Wasserfarbe auf Papier • 121,3 x 27,5 cm

  • Nagasawa Rosetsu - 1754 - 10. Juli 1799 Nagasawa Rosetsu

    18. Jahrhundert

Nagasawa Rosetsu war einer der erfindungsreichsten Maler der Kyotoer Maruyama-Schule. Er war ein Meister des Kontrasts, der einen Tiger auf einer Tafel mit fotografischer Präzision und auf der nächsten durch lose, spritzende Tinte darstellen konnte. Als Kind einer niederrangigen Samuraifamilie hatte er zwar eine bescheidene gesellschaftliche Stellung, aber echte Ambition und fand seinen Weg ins Atelier von Maruyama Ōkyo, dem Gründer der Schule und dem begehrtesten Maler im damaligen Kyoto. 

Unter Ōkyo übernahm Rosetsu den naturalistischen, genau beobachtenden Stil von Mauyamas Methode, eine Mischform chinesischer akademischer Malerei und direkten Nachzeichnens der Natur. Er bewies sich als Wunderkind: Sogar seine Zeitgenoss*innen und spätere Kritiker*innen waren sich einig, dass seine technischen Fähigkeiten und sein Vorstellungsvermögen schnell die seines Lehrers übertrafen. Diese Art von Talent passt nicht immer leicht in die Hierarchie eines Ateliers und irgendwann zerbrach die Beziehung zwischen Meister und Schüler. Der genaue Grund für das Zerwürfnis ist unklar, aber der Bruch war ausschlaggebend: Rosetsu verließ Ōkyos Atelier und machte sich auf, ein unabhängiger Künstler zu werden.

Nach dem Bruch fand er neuen Fuß mithilfe der Unterstützung des Feudalherren der Provinz Yodo (genau südlich von Kyoto) und nahm bedeutende Aufträge von buddhistischen Tempeln an, darunter ein bekanntes Set von Schiebetüren und Wandgemälden für Muryō-ji und Jōjō-ji in Kushimoto (auf der Halbinsel Kii), in denen sich seine experimentelleren Züge bei der Darstellung von Tieren, die er in beeindruckendem Maßstab und mit fast gewaltvoll eingesetzter Tinte malte, erst richtig entfalteten. Am wichtigsten ist aber, dass er ganz viele Welpen malte!

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