Herbstlandschaft by Hishida Shunsō - 1899 - 163,9 × 97,4 cm Shimane Art Museum Herbstlandschaft by Hishida Shunsō - 1899 - 163,9 × 97,4 cm Shimane Art Museum

Herbstlandschaft

Farbe auf Seide • 163,9 × 97,4 cm

  • Hishida Shunsō - 2. September 1874 - 16. September 1911 Hishida Shunsō

    1899

Als die westliche Malerei während der Meiji-Zeit in Japan zunehmend Fuß fasste, ließen sich die Maler*innen des japanischen Stils stark von deren Verwendung von Perspektive und der Modellierung von Licht und Schatten zur Darstellung dreidimensionaler Räume inspirieren.

Im Jahr 1898, das Jahr bevor sein Werk ausgestellt wurde, schloß Hishida Shunsō sich Yokoyama Taikan und anderen in der Gründung des Japanischen Kunstinstituts (Nihon Bijutsuin) unter Okakura Tenshin an. Als Antwort auf Tenshins Frage, „Gibt es eine Möglichkeit, die Luft zu malen?“ experimentierten Shunsō und Taikan mit verschiedenen Möglichkeiten, Atmosphäre und Licht abzubilden. Ihre Mühen führten zu der Entwicklung einer neuen Technik in der japanischen Malerei, die später als mōrōtai („vage“ oder „nebelhafter Stil“) bekannt wurde.

Dieses großformatige Werk stammt aus der frühen mōrōtai-Phase, deren Technik sich durch das Vermeiden deutlicher Umrisse auszeichnet. Shunsō malte die ganze Komposition mit weichen, verschwommenen Effekten, wobei er geschickt ein Gefühl von Feuchtigkeit in einer ruhigen, mysteriösen Atmosphäre vermittelt. Sein feines Gespür für Komposition ist außerdem in den subtilen Farbvariationen des Herbstlaubs und der Platzierung der zwei Affen auf den Felsen zu erkennen.

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