Maki-e
seit dem späten 8. Jahrhundert
Maki-e ist japanischer Lack, auf den mit einem Makizutsu- oder Kebopinsel Gold- oder Silberstaub aufgetragen wird. Die Technik wurde hauptsächlich in der Heian-Zeit (794–1185) entwickelt und erlebte ihre Blütezeit in der Edo-Zeit (1603–1868). Maki-e-Objekte wurden zunächst als Gebrauchsgegenstände für den Hofadel entworfen, gewannen aber bald an Popularität und wurden zu Machtsymbolen für Königsfamilien und Heerführer.
Um unterschiedliche Farben und Texturen zu erzeugen, verwenden Maki-e-Künstler verschiedene Metalle in Pulverform, etwa Gold, Silber, Kupfer, Messing, Blei, Aluminium, Platin und Zinn sowie deren Legierungen. Zum Auftragen und zum Ziehen feiner Linien werden Bambusröhrchen und weiche Pinsel unterschiedlicher Größen verwendet. Da die Herstellung eines Maki-e-Gemäldes ein hohes Maß an handwerklichem Geschick erfordert, durchlaufen junge Künstler in der Regel eine mehrjährige Ausbildung, um die entsprechenden Fähigkeiten zu erlangen und zu Maki-e-Meistern zu werden. Kōami Dōchō (1410–1478) war der erste Lackiermeister, dem bestimmte Arbeiten zugeschrieben werden. In seinen Maki-e-Arbeiten verwendete er Entwürfe verschiedener japanischer Maler seiner Zeit. Kōami und ein weiterer Maki-e-Meister namens Igarashi Shinsai gelten als Begründer der beiden wichtigsten Lackkunst-Schulen in der Geschichte Japans.
Takamaki-e („erhabenes Maki-e”) ist eine der drei Haupttechniken der Maki-e-Kunst. Bei der in der Muromachi-Zeit (1336–1573) entwickelten Takamaki-e-Technik werden durch eine Mischung aus Metallpulver, Lack und Holzkohle oder Tonstaub Muster über der Oberfläche aufgebaut. Eine weitere besondere Art von Maki-e ist Togidashi-maki-e, wobei schwarzer Lack ohne Öl als zusätzliche Schicht auf die Metallverzierung aufgetragen wird.