Zentaurenmosaik aus der Villa Hadriana by Unbekannter Künstler - 120/130 A.D. - 91,5 x 58,5 cm Pergamonmuseum, Staatliche Museen zu Berlin Zentaurenmosaik aus der Villa Hadriana by Unbekannter Künstler - 120/130 A.D. - 91,5 x 58,5 cm Pergamonmuseum, Staatliche Museen zu Berlin

Zentaurenmosaik aus der Villa Hadriana

Mosaik • 91,5 x 58,5 cm

  • Unbekannter Künstler Unbekannter Künstler

    120/130 A.D.

Das Zentaurenmosaik wurde im 18. Jahrhundert auf dem Gelände der großen Villenanlage Kaiser Hadrians nahe Tivoli ausgegraben – einem weitläufigen Anwesen, bekannt für seinen Luxus und künstlerischen Reichtum. In situ entdeckt, wurde das Mosaik zusammen mit mehreren kleineren Mosaiken gefunden, die Landschaften, Tiere und Theatermasken darstellen. Dieses relativ bescheidene zentrale Feld, oder Emblema, war einst Teil der aufwendigen Bodendekoration im Hauptspeisesaal der Villa (bekannt als Triclinium).

Das Mosaik präsentiert eine lebendige und dramatische Szene: einen gewaltsamen Zusammenstoß zwischen mythologischen Zentauren – Wesen mit dem Oberkörper eines Menschen und dem Unterkörper eines Pferdes – und wilden Raubkatzen. Auf einem felsigen Vorsprung, der über eine gähnende Schlucht am unteren Bildrand ragt, werden ein männlicher und ein weiblicher Zentaur angegriffen. Der männliche Zentaur, der sich auf seinen Hinterbeinen aufbäumt, hebt einen Stein über seinen Kopf zur Verteidigung, während er seiner gefallenen Gefährtin zu Hilfe eilt. Die weibliche Zentaurin liegt am Boden, festgehalten von einem Tiger, der ihre Seite zerkratzt. Trotz der Bemühungen des Männchens – und dem Körper eines erschlagenen Löwen in der Nähe, blutig und schlaff mit zurückgezogenen Krallen – ist der Kampf noch lange nicht vorbei. In der Ferne weicht die felsige Landschaft mit meisterhafter Tiefe zurück, geschaffen durch geschichtete Felsformationen und subtile Farbabstufungen, und eine neue Bedrohung zeichnet sich ab: ein Leopard, bereit zum Sprung.

In der früheren griechischen Kunst wurden Zentauren oft als wild und tierähnlich dargestellt. Im Laufe der Zeit begannen die Darstellungen jedoch, ihre menschlichen Eigenschaften zu betonen. Der Schriftsteller Lukian aus dem 2. Jahrhundert beschreibt beispielsweise, wie der berühmte Maler Zeuxis (tätig um 400 v. Chr.) für seine Darstellung einer Zentaurenfamilie in einer friedlichen pastoralen Umgebung Berühmtheit erlangte. In ähnlicher Weise schrieb der römische Dichter Ovid eindringlich über das tragische Schicksal eines Zentaurenpaares und stellte sie in einem sympathischeren Licht dar.

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