Relief Orange by Robert Delaunay - 1936 - 146 x 89 cm Private Sammlung Relief Orange by Robert Delaunay - 1936 - 146 x 89 cm Private Sammlung

Relief Orange

Öl und Zement auf Leinwand • 146 x 89 cm

  • Robert Delaunay - 12. April 1885 - 25. Oktober 1941 Robert Delaunay

    1936

Zeit für ein wenig Sonne.

Heute präsentieren wir eine strahlende Feier von Farbe und Bewegung. Robert Delaunays Relief Orange besteht aus einer zentralen Säule aus fünf Scheiben, die die Komposition verankert, während Ringe leuchtender Farben – Zitronengelb, Türkis, kräftiges Grün und flammendes Orange – wie Lichtwellen nach außen pulsieren. Delaunay schrieb einmal: „Alles ist Rundung: Sonne, Erde, Horizonte. Die treibende Kraft im Bild.“ Hier wird diese Philosophie zu reiner Leuchtkraft.

Weitgehend Autodidakt, begann Delaunay mit Bühnenbildern, bevor er sich der Malerei zuwandte. Er bewunderte Cézanne und kannte die Kubisten, konnte jedoch deren gedämpfte Farbpalette nie akzeptieren. „Ich konnte es nicht ertragen, die Farbe der Form zu opfern“, betonte er. Beeinflusst von den Theorien Michel Eugène Chevreuls zum Simultankontrast, machte Delaunay die Farbe zu seinem eigentlichen Thema und bezeichnete sich selbst als „den Ketzer des Kubismus“. Seine chromatischen Experimente—ebenso wie jene seiner Frau Sonia – trugen maßgeblich zur Entstehung des Orphismus bei, einer abstrakten Bewegung, inspiriert von Licht und Musik. Ihre Gemälde wollten nicht nur gesehen, sondern empfunden werden – wie visuelle Melodien. In Relief Orange erzeugen sich wiederholende kreisförmige Rhythmen eine vibrierende, beinahe musikalische Resonanz im Auge.

Die haptische Oberfläche des Werks verweist auf ein weiteres Interesse Delaunays: die Architektur. Durch die Mischung von Ölfarbe mit Zement verlieh er der Leinwand ein flaches Relief und nahm damit Bezug auf die großformatigen dekorativen Aufträge, an denen er Ende der 1930er Jahre arbeitete, darunter Wandgemälde für die Internationale Ausstellung von 1937 in Paris. Wie der Kritiker Guillaume Apollinaire bemerkte, wurde für Delaunay „die Farbe zur idealen Dimension“. In diesem Gemälde wird Farbe nicht aufgetragen – sie baut Raum.

PS: Lies mehr über ein weiteres Meisterwerk von Robert Delaunay – Rhythmen!