Eine eloquente Stille by Lawrence Alma-Tadema - 1890 - 41,9 x 33 cm Private Sammlung Eine eloquente Stille by Lawrence Alma-Tadema - 1890 - 41,9 x 33 cm Private Sammlung

Eine eloquente Stille

Öl auf Tafel • 41,9 x 33 cm

  • Lawrence Alma-Tadema - 8. Januar 1836 - 25. Juni 1912 Lawrence Alma-Tadema

    1890

Im Jahr 1890, als Eine eloquente Stille gemalt wurde, wohnten Sir Lawrence Alma-Tadema und seine Familie im Sommersitz von Georg Ebers in Tutzing, Bayern. Die friedliche Vision eines weißen Marmorbalkons unter einem klaren, türkisblauen Himmel, mit Blick auf das tiefblaue Mittelmeer, steht im Kontrast zu den politischen und sozialen Realitäten Europas unter Kaiser Wilhelm. Und doch war es genau diese idealisierte antike Welt, die die schöpferische Inspiration für den Künstler bereitstellte. 

Alma-Tadema war zutiefst von den historischen Liebesromanen von Georg Ebers inspiriert, einem angesehenen Ägyptologen, der auch die antiken, medizinischen Schriften, bekannt als Papyrus Ebers, entdeckte und übersetzte. Seine Werke halfen bei der Etablierung des Genres und beinhalten unter anderem solche Titel wie Eine ägyptische Prinzessin, Braut des Nils, Kleopatra und, vor allem, Eine Frage.

Obwohl Alma-Tademas Förderer womöglich nicht eng mit Ebers romantischer Literatur vertraut waren, bewunderten sie doch zutiefst die technische Brillanz und Detailgenauigkeit des Künstlers. Eine Frage, 1882 veröffentlicht, entstand als literarisches Gegenstück zu der idealisierten antiken Welt, die in Alma-Tademas Gemälden zu sehen ist.

Themen des Liebeswerbens tauchen wiederholt in Alma-Tademas Gesamtwerk auf und Eine eloquente Stille steht ganz besonders in der Schuld einer anderen Episode aus Eine Frage. In diesem Werk sitzen zwei Liebende auf einer Marmorbank inmitten leuchtender Blumen und schauen auf das Meer hinaus – ein Bild, das die anhaltende Faszination des Künstlers mit zurückgehaltenen Emotionen und klassischer Schönheit einfängt.

PS: Das antike Ägypten war nicht Alma-Tademas einzige Inspiration. Er stellte auch Szenen aus der Geschichte Griechenlands und des Römischen Reiches dar. Besonders die römische Welt inspirierte eines seiner berühmtesten Gemälde – ein üppiges, hedonistisches Bankett mit einer grausigen Wendung.