Es ist Katzen-Samstag! :)
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren Hauskatzen zu einer vertrauten Präsenz in den Salons der wohlhabenden Bourgeoisie geworden – ein Trend, den Henriëtte Ronner-Knip mit großem Interesse verfolgte. Sie lebte und arbeitete in Brüssel und machte bezaubernde Szenen verspielter Katzen in eleganten Interieurs zu ihrem charakteristischen Sujet, wodurch sie weitreichende Beliebtheit erlangte.
Henriette wurde von ihrem Vater, Josephus Augustus Knip, ausgebildet, der sie ermutigte, direkt nach der Natur zu studieren. Früh in ihrer Laufbahn konzentrierte sie sich auf das ländliche Leben und Nutztiere. Nach ihrer Heirat mit Feico Ronner im Jahr 1850 zog das Paar von Amsterdam nach Brüssel, angezogen von der lebendigen Kunstszene und dem starken Kunstmarkt der Stadt. Dort war Henriette zunächst von Hunden fasziniert – sie malte alle, von hart arbeitenden Zughunden bis zu den verwöhnten Schoßhündchen modischer Frauen.
Um 1870 jedoch widmete sie sich fast ausschließlich den Katzen und erwarb sich bald den Ruf als führende Katzenmalerin in Belgien und den Niederlanden. Jahre genauer Beobachtung ermöglichten es ihr, sie mit bemerkenswertem Realismus und Charakter darzustellen. Sie ließ ihre kätzischen Modelle oft in einem speziell entworfenen Glasschrank im Louis XV-Stil posieren und entwickelte ihre Kompositionen mit großer Sorgfalt, indem sie zuerst die Interieurs malte, bevor sie die Tiere einfügte. Ihre Werke zeigen häufig schelmische Katzen, die lebendige Unordnung in reich ausgestatteten Räumen schaffen.
Ein bevorzugtes Motiv war die Mutterkatze, umgeben von ihren Kätzchen. Unartig veranschaulicht dieses Thema: Unter dem wachsamen Blick ihrer Mutter erkunden die Kätzchen fröhlich einen teuren Schrank, purzeln in offene Schubladen, klettern an Türen und dösen sogar auf den Möbeln, nachdem das Spiel sie erschöpft hat.
PS: Ronner-Knip schuf einige der süßesten Katzendarstellungen. Aber sie war nicht die einzige. Lerne 5 Künstlerinnen kennen, die sich auf Katzengemälde spezialisiert haben!