Natalie mit Violine by Alice Pike Barney - ca. 1900 - 199,2 x 112 cm Smithsonian American Art Museum Natalie mit Violine by Alice Pike Barney - ca. 1900 - 199,2 x 112 cm Smithsonian American Art Museum

Natalie mit Violine

Öl auf Leinwand • 199,2 x 112 cm

  • Alice Pike Barney - 14. Januar 1857 - 12. Oktober 1931 Alice Pike Barney

    ca. 1900

Alice Pike Barney war eine treibende Kraft im sozialen und künstlerischen Leben in Washington D.C. um die Wende zum 20. Jahrhundert. Sie widmete sich erst nach der Heirat und der Geburt von zwei Kindern vollständig der Kunst. In den späten 1880er Jahren verließ sie Washington für Paris, entgegen sowohl gesellschaftlicher Gepflogenheiten als auch den Einwänden ihres Mannes, um Malerei zu studieren. Sie tat dies zunächst unter dem gefeierten Portraitkünstler Émile Auguste Carolus-Duran und später unter James McNeill Whistler, der zu ihrem Mentor wurde.

Als Barney nach Washington zurückkehrte, war sie von europäischen Ideen belebt und entschlossen, in der Hauptstadt der Nation eine lebhafte Kulturszene zu etablieren. 1902 begann sie, das „Studio Haus zu bauen, ein vielseitiges, einladendes Kunstzentrum, das sowohl Künstler*innen als auch der Öffentlichkeit offenstand. Mit der Unterstützung des Kongresses spielte sie außerdem eine Schlüsselrolle in der Begründung des National Sylvan Theaters in der Nähe des Washington Monument – das erste staatlich finanzierte Freilufttheater in den Vereinigten Staaten – wo sie einige ihrer eigenen Theaterstücke aufführte.

Neben den Künsten engagierte sich Barney ausgiebig für soziale Reformen. Sie half bei der Förderung des Nachbarschaftshauses, einer Wohlfahrtsorganisation, die noch heute in Betrieb ist, und war eine aktive Unterstützerin der Suffragetten. Durch ihre künstlerische Vision und ihr ziviles Engagement hat sie die kulturelle und soziale Landschaft Washingtons nachhaltig geprägt.

In diesem Gemälde bildete sie ihre Tochter Natalie ab, die Schriftstellerin wurde und in ihrem Zuhause in Paris einen literarischen Salon veranstaltete, der französische und internationale Schriftsteller*innen zusammenbrachte. Sie beeinflusste andere Autor*innen durch ihren Salon und auch mit ihren Gedichten, Theaterstücken und Epigrammen, die thematisch oft an ihr Lesbischsein und ihren Feminismus gekoppelt waren. 

PS: Alice Pike Barney malte ihre Tochter, die Frauenrechte unterstützte und half, Räume zu schaffen, in denen Kunst aufblühen konnte. Du findest ihre Arbeit gemeinsam mit vielen anderen bemerkenswerten Frauen in unserer neuen Ausgabe des 50-Postkartensets – Künstlerinnen.

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