Spinario by Diana Scultori, Claudio Duchetti - 1581 - 54,2 × 42,9 cm National Gallery of Art Spinario by Diana Scultori, Claudio Duchetti - 1581 - 54,2 × 42,9 cm National Gallery of Art

Spinario

Gravur auf Büttenpapier • 54,2 × 42,9 cm

  • Diana Scultori - 1547 - 1612 Diana Scultori

    1581

  • Claudio Duchetti - 16. Jahrhundert - 5. Dezember 1585 Claudio Duchetti

    1581

Hast du schonmal von der Renaissance-Künstlerin Diana Scultori gehört? Sie war die erste weibliche Graveurin, die ihre eigenen Drucke unterschrieb und verkaufte. Sie wurde in Mantua in eine Künstler*innenfamilie geboren und von ihrem Vater, Giovanni Battista Scultori, in Gravur unterrichtet, zu einer Zeit, als künstlerische Bildung und professionelle Karrieren für Frauen größtenteils unerreichbar waren. Ihre technischen Fähigkeiten beeindruckten ihre Zeitgenoss*innen, darunter den Künstler und Biografen Giorgio Vasari, der ihr Talent lobte und sie in sein berühmtes Leben der Künstler einbezog. 

Scultori, die zunächst in Mantua und später in Rom arbeitete, spezialisierte sich auf Gravuren nach dem Design führender Künstler, darunter jener Werke, die mit dem Kreis Guilio Romanos in Verbindung standen. Ihre Drucke trugen dazu bei, einige der beliebtesten künstlerischen Kompositionen der Epoche einem breiteren Publikum näherzubringen. Im Jahr 1575 erreichte sie einen historischen Meilenstein, denn sie erhielt ein päpstliches Privileg, das es ihr allein erlaubte, ihre eigenen Gravuren zu veröffentlichen und zu verkaufen – eine bis dato beispiellose Ehre für eine Künstlerin. 

Scultori war außerdem eine raffinierte Geschäftsfrau. Sie signierte sorgsam ihre Werke, wobei sie Namen wie Diana Mantuana oder Diana Mantovana nutzte, die eine wiedererkennbare künstlerische Marke kreierten. Durch die Zusammenarbeit mit Verlagen, Mäzenen und ihrem Architektenehemann, Francesco Capriani, baute sie sich eine erfolgreiche, professionelle Karriere auf.

Die Gravur Spinario demonstriert ihre meisterhafte Kontrolle über das Medium. Der Druck, der die berühmte antike Statue eines Jungen zeigt, der sich einen Dorn aus dem Fuß zieht, verdeutlicht ihre großartige Fähigkeit, das Motiv genau zur Geltung zu bringen. Wie ein Großteil ihrer Werke, spiegelt es die Faszination der Renaissance für die klassische Antike wider und unterstreicht die technische Präzision, die Scultori zu einer der bemerkenswertesten Grafikerinnen ihrer Zeit machte. 

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