Winifred Knights hat in ihrer 25-jährigen Karriere vielleicht nur fünf bedeutende Gemälde geschaffen und doch gibt es in der britischen Kunst der Zwischenkriegszeit kaum etwas, das ihren Werken gleicht. Dieses Bild, das den Lago Piediluco zwischen Rom und Perugia zeigt, ist eines dieser seltenen Überbleibsel.
Als sie die Szene am Piediluco-See malte, lebte Knights in Italien und war tief in die Quattrocento-Maler vertieft, die sie verehrte: Masaccio, Giotto „und all die anderen aus dieser gesegneten Gesellschaft“. Ihr Einfluss zeigt sich überall. Die Bäume scheinen nicht so sehr zu wachsen, sondern vielmehr platziert zu sein, mit derselben bewussten Stille angeordnet wie auf einer Tafel von Piero della Francesca. Die Farben sind gedämpft – staubiges Mauve, Ocker, Graugrün – und die ganze Szene wirkt zwischen einer Vision und einer Parabel schwebend.
Die Ruhe des Bildes ist jedoch trügerisch. Ein Drittel der Leinwand wird von flachem, stillem Wasser eingenommen, und drei Figuren sitzen in einem Boot, emotional voneinander entfernt, aus Gründen, die Knights nie erklärt. Wohin fahren sie? Warum ist das fruchtbare Uferland so menschenleer? Das Gemälde gibt keine Antworten.
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Winifred Knights