Die Zeit für Gruselgeschichten hat gerade begonnen!
In Tanzende Elfen verwandelt der schwedische Maler August Malmström eine neblige, mondbeschienene Landschaft in eine Szene übernatürlicher Verzauberung. Blasse Elfen tanzen über eine Wiese und schweben über dem Wasser, ihre durchsichtigen Figuren scheinen direkt aus dem Morgennebel aufzutauchen. Eine beugt sich gen Wasseroberfläche, als ob sie versuchen würde, ihr eigenes Spiegelbild zu fangen. Hier ist eindeutig zu erkennen, dass Malmström von nordischer Geschichte, Mythologie und Volkskunde fasziniert war.
Und doch waren diese anmutigen Kreaturen nicht so harmlos, wie sie zunächst scheinen. Im schwedischen Volksglauben wurden Elfen und Feen mit Wäldern, Hügeln, Wiesen und anderen wilden Orten assoziiert und Begegnungen mit ihnen konnten gefährlich sein. Man stellte sie sich als wunderschön und verführerisch vor, aber auch als unberechenbar, leicht zu verärgern und dass sie denen, die sie ohne Respekt behandelten, Unglück bringen konnten. Skandinavier*innen benutzten sogar beschützende Symbole, die als älvkors (,Elfenkreuze‘) bekannt waren, um sich selbst und ihr Vieh gegen ihren Einfluss zu schützen. Malmström kombinierte diese älteren Überzeugungen mit der Faszination der Romantik des 19. Jahrhunderts für die mysteriöse, ungebändigte Natur und schuf damit eine Landschaft, die sowohl wunderschön als auch beunruhigend ist – die Elfen sehen zwar zart aus, wie sie im Nebel zerfließen, aber sie gehören zu einer Welt, in die Menschen auf eigene Gefahr eintreten.
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August Malmström