Balletttänzer waren in der Kunst des mittleren neunzehnten Jahrhunderts ein häufiges Motiv. Natürlich kennen wir alle die Ballerinas von Degas. Obwohl es glanzvoll scheint, war das Leben einer Balletttänzerin alles andere als einfach. Tänzerinnen waren in der Regel junge Mädchen der Arbeiterklasse, die die Gelegenheit nutzten, einem Leben in Armut zu entkommen. Mit ein bisschen Glück konnte eine Balletttänzerin ihren ersten Bühnenauftritt mit 14 bis 15 Jahren machen und etwas Geld verdienen. Obwohl eine durchschnittliche Tänzerin etwa so viel verdiente wie eine Näherin, gab ihr die Arbeit auf der Bühne zusätzlich die Chance, die Aufmerksamkeit eines wohlhabenden Herren zu erwecken, der ihr Gönner werden und ihr die Tür zu einem besseren Leben öffnen konnte. In dieser Pastellzeichnung zeigt Carrier-Belleuse einen ruhigen Moment zwischen zwei jungen Tänzerinnen. Während sie eine Pause von ihrem zermürbenden Trainingsplan machen, spielen sie ein Spiel, das „Pigs in the Pen“ („Schweine im Stall“) genannt wird, welches dem Spiel „Jacks“ sehr ähnlich ist und mit den Fußknöcheln eines Schafes gespielt wird.
Bis Morgen!