Edouard Manet führte „Frauen beim Rennen“ mit extrem skizzenhafter Formgebung aus und verwendete dabei großflächige Farbbereiche und schwungvolle Silhouetten, um einen Effekt von flimmerndem Sonnenlicht und Schatten zu erzielen.
Dieses Gemälde zeigt Manets für ihn typische scharfe Beobachtungsgabe als Flaneur des Alltagslebens der Pariser Gesellschaft. Die Frauen sind Zuschauer eines Pferderennens im berühmten Bois de Boulogne, damals noch außerhalb von Paris. Zu jener Zeit war Pferderennen unter den reichen Pariser Bürgern sehr populär. Die Frauen tragen schlichte, aber luxuriöse Kleider und halten Schirme zum Schutz vor der Sonne. Die eine schaut auf die Rennbahn, während die in die Menge blickt.
Dieses Bild ist ein Teil eines größeren Gemäldes der Pferderennen in Longchamp (nahe Paris), das Manet in 1864 vollendete. Während das eigentliche Rennen nicht dargestellt ist, zeigt der übrige Teil das wahre Thema des Originalgemäldes: die modische Geselligkeit des modernen Lebens. Manet liebte es, das Leben in der pulsierenden französischen Hauptstadt zu beobachten.