In verschiedenen Phasen seines Lebens verbrachte Monet viel Zeit an der Küste der Normandie, die eine seiner Lieblingsmotive war. Einer der gerne dort von ihm besuchten Orte war Étretat, ein kleines Fischerdorf und Wochenendresort nahe Le Havre. Er malte regelmäßig direkt an der Küste und erkundete dort abenteuerlustig einen fast unzugänglichen Küstenstrich im Westen. Er hielt sich auch bei den rauesten Bedingung draußen auf und erfasste die Landschaft, die Bewegung der Schiffe oder auch die auf den Kiesstrand gezogenen Heringskutter. Die letztgenannten sehen wir hier von einer leicht erhöhten Position; diese gewagte Ansicht verengt den Raum, was die Komposition verdichtet. Das Schlüsselthema für Monet waren immer die Darstellung der schäumenden Wellen des Meeres und der Strömung des Windes, für die er breite Pinselstriche einsetzt.
Monets Küstengemälde stellen meist verlassene, menschenleere Orte dar. Nichts weist darauf hin, dass Étretat zu dieser Zeit ein beliebter Ferienort war. Sein Interesse galt nicht etwaigen anektdotischen Begebenheiten, sondern der Wirkung von Form und Farbe. Der Schriftsteller Guy de Maupassant, der sich zu der Zeit ebenfalls in Étretat aufhielt und Monet oft traf, beschrieb die Arbeitsweise seines Freundes: Monet hatte stets fünf oder sechs Leinwände dabei und tauschte diese je nach den sich verändernden Lichtverhältnissen aus. Wenn Monet dann im Dezember nach Giverny in sein Zuhause zurückkehrte, brachte er mehr als 50 halbfertige Werke mit sich, die er später in seinem Atelier fertigstellte.