Canaletto fertigte in Venedig zahlreiche Skizzen direkt im Freien an und nutzte diese Zeichnungen später in seinem Atelier, um ausgearbeitete Veduten wie diese zu schaffen. Obwohl der hier dargestellte Glockenturm inzwischen eingestürzt ist, stehen die Kirche und das ehemalige Kloster daneben noch heute und beherbergen die Galleria dell’Accademia. Die Szene ist aus nahezu derselben Perspektive wiederzuerkennen wie von der heutigen Accademia-Brücke aus. Die methodische Art, mit der Canaletto die sich kräuselnde Oberfläche des Kanals wiedergibt – so regelmäßig, dass sie beinahe rhythmisch wirkt – entwickelte sich in den 1730er-Jahren zu einem charakteristischen Merkmal seines Stils.
Dieses Werk gehört zu einer Serie von 20 Veduten Venedigs, die vermutlich für Joseph Smith (ca. 1674 – 1770) entstanden sind, der von 1744 bis 1760 als britischer Konsul in Venedig tätig war. Canaletto und seine Auftraggeber*innen, insbesondere seine englischen Sammler*innen, konzipierten solche Gemälde häufig als Serien und schufen damit visuelle „Archive“ der Stadt, die von berühmten Wahrzeichen bis hin zu weniger bekannten Kirchen und Palästen reichten. Obwohl sich jeder dargestellte Ort genau identifizieren lässt, zögerte Canaletto nicht, Architektur zu verändern oder Perspektiven leicht zu verschieben – um Gebäude von ihrer besten Seite zu zeigen oder einen Kanal in eine ideale Ansicht münden zu lassen.
PS: Von der Renaissance bis zum Impressionismus: Entdecke, wie Venedig berühmte Künstler*innen inspiriert hat!
PPS: Du verliebst dich gerne in schöne Orte? Unser 50-teiliges Postkarten-Set „Landschaften“ ist voller ruhiger Ansichten und weiter Landschaften – ideal für alle, die einen stillen Moment der Ruhe genießen.