Heute ist nicht nur Halloween, sondern auch der Geburtstag von Katsushika Hokusai! Um das zu feiern, teilen wir einen seiner gruseligen Geisterdrucke aus Einhundert Geistergeschichten.
In diesem Druck hält ein gehörnter weiblicher Dämon (Hannya) den abgetrennten Kopf eines Kindes umklammert, aus dessen Wunden, die sie mit ihren langen Nägeln zugefügt hat, Blut tropft. Das schreckliche Abbild geht auf die Legende von Kishimojin, in Sanskrit als Hariti bekannt, zurück, eine frühe buddhistische Göttin. Einst eine furchterregende Ogerin, die Jagd auf Säuglinge aus Rajgir, Indien, machte, wurde sie verwandelt, nachdem der Buddha eines ihrer eigenen Kinder versteckt hatte und sie somit gezwungen hatte, das Leid anzuerkennen, das sie verursacht hatte. Nachdem sie zum Buddhismus konvertiert war, wurde Hariti schlussendlich als Beschützerin der Kinder verehrt.
Obwohl der Künstler ursprünglich geplant hatte, eine vollständige Serie von 100 Designs anzufertigen, überlebten nur fünf Drucke. Der Titel verweist auf ein Geistergeschichten-Spiel, bei dem Teilnehmende nach jeder Geschichte eine Kerze auspusteten, bis der Raum in völliger Dunkelheit lag. Diese kompakten Werke zeigen kräftiges Berliner Blau oder Preußischblau – ein Pigment, das zu der Zeit gerade auf den Markt gekommen war. Obwohl dieser leuchtende Farbton heute fröhlich wirken mag, hätten Hokusais Zeitgenoss*innen ihn mit dem Tod und dem Übernatürlichen in Verbindung gebracht.
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