Obwohl er eher für seine Figurengemälde bekannt ist, besitzen Renoirs Landschaften eine Frische, die den Geist des Impressionismus trifft. Die Mittagssonne durchtränkt das gesamte Panorama, intensiviert dadurch die Farben und vereinfacht gleichzeitig die unerheblichen Details, sodass die geschäftige Szene mit Klarheit zum Vorschein kommt.
In einem Interview Jahre später erinnerte sich Edmond Renoir – der jüngere Bruder des Künstlers und im Jahr 1872 frisch gebackener Journalist – daran, wie das Gemälde entstand. Renoir hatte die Erlaubnis erhalten, für einen Tag das Obergeschoss eines Cafés zu belegen, um den Blick auf die berühmte Pont Neuf einzufangen. Edmond half damit, die Passanten kurz anzuhalten, damit Renoir schnell ihre Skizze anfertigen konnte. Renoir bildete sogar Edmond selbst - mitsamt Gehstock und Strohhut - zweimal in dieser Komposition ab.
Obwohl Edmond behauptete, Pont Neuf, Paris sei innerhalb eines einzigen Tages entstanden, ging ihm wahrscheinlich eine gewissenhafte Vorbereitung voraus, die möglicherweise vorläufige Studien der architektonischen Merkmale der Brücke beinhaltete.
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