Zu einer Zeit, in der von Künstlerinnen erwartet wurde, sich auf Blumenmalerei oder bescheidene Porträts zu beschränken, durchbrach Michaelina Wautier mutig jede Grenze. Geboren 1604 im belgischen Mons und später in Brüssel tätig, malte sie Porträts, Stillleben, Alltagsszenen und – besonders bemerkenswert – ambitionierte Historienbilder in monumentalem Format. Ihre Vielseitigkeit und ihr Selbstbewusstsein waren für ihre Epoche außergewöhnlich, und ihre Meisterschaft war so groß, dass viele ihrer Werke lange Zeit Männern zugeschrieben wurden.
Dieses Gemälde lässt keinen Zweifel an seiner Urheberschaft. Selbstbewusst signiert mit „Michaelina Wautier invenit et fecit“ (was so viel bedeutet wie „Michaelina Wautier hat es erdacht und ausgeführt“), erklärt es ihre vollständige Autorschaft und kreative Unabhängigkeit. Die Darstellung der Erziehung der Jungfrau Maria strahlt ruhige Würde und Anmut aus, spricht zugleich aber auch vom Mut einer Frau, die ihren rechtmäßigen Platz unter den großen Künstlern ihrer Zeit einfordert.
Heute erhält dieses Werk endlich die Anerkennung, die es verdient. Es ist derzeit im Kunsthistorischen Museum in Wien zu sehen und wird im März 2026 in die Royal Academy of Arts in London weiterreisen, wo es als leuchtendes Zeugnis von Michaelinas Vision und Stimme präsentiert wird.
Wir zeigen das heutige Gemälde dank eines privaten Sammlers (Mit Hilfe der Hoogsteder Museum Foundation aus Den Haag) :)
PS: Wenn du die Kunst der heutigen Malerin noch nicht kennst, findest du hier 5 Dinge, die du über Michaelina Wautier wissen solltest!
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