Allegorie der Malerei by Marie Victoire Lemoine - 1777 - 131 x 104 cm Allegorie der Malerei by Marie Victoire Lemoine - 1777 - 131 x 104 cm

Allegorie der Malerei

Öl auf Leinwand • 131 x 104 cm

  • Marie Victoire Lemoine - 1754 - 2. Dezember 1820 Marie Victoire Lemoine

    1777

Marie-Victoire Lemoine, eine französische Malerin, wurde von dem Historienmaler Jean-Baptiste Marie Pierre Ménageot ausgebildet; stilistisch steht ihr Werk jedoch der Kunst einer anderen herausragenden Künstlerin ihrer Zeit näher: Élisabeth Vigée Le Brun. Diese Verbindung ist kaum überraschend, denn die Familie Le Brun besaß das Haus, in dem Ménageot lebte, und Lemoine dürfte von Vigée Le Bruns Unterricht profitiert haben, die bereits ab 1776 Schülerinnen aufnahm. 1796 stellte Lemoine auf ihrem ersten Salon ein Selbstporträt von 1789 aus, das sie im Atelier ihrer jungen Lehrerin gemalt hatte.

Unter der Anleitung Vigée Le Bruns gewann Lemoine sowohl Ansehen als auch höfische Kontakte und erhielt schließlich den Auftrag, die Princesse de Lamballe zu porträtieren. Dieses Bild zeigte sie 1779 im Salon de la Correspondance, einer kleinen Ausstellung, die allen Künstler*innen offenstand. Weitere Aufträge folgten, und vermutlich in dieser Zeit entstand auch das Gemälde, das sich heute im Musée des Beaux-Arts d’Orléans befindet, dessen letzte Datumsziffer teilweise unleserlich ist.

Das dargestellte Motiv bleibt offen für Interpretation. Die porträtierte Frau trägt Attribute sowohl einer Allegorie der Malerei als auch eines Selbstporträts, wodurch die Absicht der Künstlerin bewusst ambivalent bleibt. Die stilistische Nähe zu Vigée Le Bruns Selbstporträt mit Strohhut, das erstmals 1782 im Salon de la Correspondance gezeigt wurde, legt nahe, dass Lemoine ihr Werk kurz darauf geschaffen hat.

Marie-Victoire Lemoine führte eine bemerkenswert zurückhaltende Karriere. Obwohl der Salon ab 1791 allen Künstler*innen offenstand, stellte sie dort nur zwischen 1796 und 1814 aus. Heute sind etwa 30 Werke von ihr bekannt – vor allem Porträts und Genreszenen, die an Angelica Kauffman erinnern – und sie gewähren einen seltenen Einblick in das künstlerische Leben einer Frau am Ende des 18. Jahrhunderts.

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