Reisen wir in das wunderschöne Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und genießen wir ein weiteres Meisterwerk aus der beeindruckenden Sammlung des Leopold Museums.
Ernst Stöhr wuchs in St. Pölten auf und studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er war Gründungsmitglied der Wiener Secession und ein äußerst produktiver Mitarbeiter der Vereinszeitschrift Ver Sacrum. In all seinen Werken ist das Bestreben des Künstlers erkennbar, stets auch seinen emotionalen Zustand in die Darstellung einfließen zu lassen. Der symbolische Gehalt seiner Arbeiten macht Stöhr zu einem der wichtigsten Vertreter des österreichischen Symbolismus. Als Naturliebhaber zog er sich aus der Großstadt zurück und suchte die Abgeschiedenheit des Bohinjer Sees in Slowenien.
Das dargestellte Paar lehnt an einem Geländer am Seeufer, den Blick abgewandt und in die Ferne gerichtet. In diesem Werk setzte Stöhr eine Farbzerlegung ein, die an Georges Seurat (1859 – 1891) erinnert, dessen Arbeiten er in Frankreich kennengelernt hatte. Durch die leuchtenden Blau- und Violetttöne vermittelt das Gemälde eine Stimmung von Melancholie und Sehnsucht. Stöhrs Werke sind geprägt von Fragen nach dem Sinn des Lebens und von einer tiefen Ehrfurcht vor der Natur.
PS: Wenn dich die Kunst der Wiener Secession fasziniert, wirf einen Blick auf unseren Planer „Wiener Secession“ mit Werken dieser bemerkenswerten Bewegung.
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Ernst Stöhr