Wäscherinnen by Marianne von Werefkin - circa 1909 - 50,5 x 64,6 cm Städtische Galerie im Lenbachhaus Wäscherinnen by Marianne von Werefkin - circa 1909 - 50,5 x 64,6 cm Städtische Galerie im Lenbachhaus

Wäscherinnen

Tempera auf Papier • 50,5 x 64,6 cm

  • Marianne von Werefkin - 10. September 1860 - 6. Februar 1938 Marianne von Werefkin

    circa 1909

Da heute Sonntag ist, präsentieren wir weiterhin die Meisterwerke aus der Lenbachhaus-Sammlung. Viel Spaß damit! :)

Drei Wäscherinnen sind erschöpft von der mühsamen Arbeit, die sie schweigend verrichten. Die Gestalt eines Mädchens auf der rechten Seite deutet vermutlich auf die generationsübergreifende Kontinuität dieser Arbeit hin. Die vier existieren in ihren eigenen Sphären; Werefkin gibt nicht zu erkennen, ob die Szene im ländlichen Litauen spielt, wo ihre Familie lebt, oder in den Vorbergen der bayerischen Alpen, wo sie seit etwa 1907 gemalt hatte. Die Plackerei ist jedenfalls überall dieselbe.

Auffällig ist die Farbpalette, die reine Farben mit stark gemischten kombiniert. Die Dichterin Else Lasker-Schüler schrieb in einem Gedenkgedicht: „Mariannes Seele und ihr widerspenstiges Herz spielen gern mit Freude und Leid, wie sie so oft Melancholie in zwitschernden Farbtönen malt.“

1909, als Werefkin dieses Bild malte, hatte sie einen weiten Weg hinter sich. Als wohlhabende Tochter der russischen Aristokratie hatte sie in den 1880er Jahren bei Ilja Repin studiert. Seine naturalistischen Darstellungen der armen Bauernschaft weckten ihr dauerhaftes Interesse.

Durch Repin lernte sie Alexej von Jawlensky kennen. Etwa ein Jahrzehnt lang widmete sie sich entschlossen der Förderung seiner künstlerischen Entwicklung. Sie zog mit ihm nach München und nahm ihn wiederholt mit nach Frankreich. Werefkins Münchener Salon wurde zu einem Zentrum der Debatte über die „Kunst der Zukunft“. Nach vielen Jahren nahm sie die Malerei wieder auf, nun aber in einer anderen stilistischen Richtung. Sie begann mit Skizzen in Gouache und Buntstiften und fing um 1907 an, in Tempera zu malen.

PS: Entdecke die erstaunliche Lenbachhaus-Sammlung durch die Augen der Menschen, die in diesem Museum arbeiten. Hier sind die Favoriten der Lenbachhaus-Mitarbeiter*innen!