Marsden Hartley malte während seiner gesamten Karriere Stillleben, doch nach 1916 wurde seine Herangehensweise deutlich schlichter und unmittelbarer. Während eines Aufenthalts in Provincetown und später auf Bermuda begann er, seine Kompositionen auf wenige wesentliche Elemente zu reduzieren – oft auf eine einzelne Blumenvase, die nah an die Bildebene gerückt ist. Mitunter malte er Blumenarrangements sogar vor einem flachen schwarzen Hintergrund auf Glas und griff damit auf Traditionen der deutschen Volkskunst zurück.
In Rosa und weiße Blumen in einer Vase setzt Hartley diesen Prozess der Vereinfachung fort. Die Blumen stehen für sich allein, ohne jeden Hinweis auf einen Tisch oder einen Innenraum. Stattdessen werden die Formen mit kräftigem, energischem Pinselauftrag in gedämpften Grau-, Grün-, Schwarz- und Weißtönen aufgebaut, die durch Akzente in Rosa belebt werden. Die markanten Konturen und der pastose Farbauftrag nehmen jene ausdrucksstarken Oberflächen vorweg, die in den 1930er-Jahren zu einem charakteristischen Merkmal von Hartleys Werk werden sollten. Eine Bleistiftinschrift auf dem Keilrahmen, von unbekannter Hand geschrieben, datiert das Gemälde auf das Jahr 1929.
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