Charles Demuth war ein amerikanischer Künstler, bekannt für seine zarten Aquarelle und später für seine streng strukturierten Gemälde, die dem Precisionismus zugeordnet werden – einer modernistischen Kunstrichtung in den USA nach dem Ersten Weltkrieg, beeinflusst von Kubismus, Purismus und Futurismus. Geboren und aufgewachsen in Lancaster, Pennsylvania, blieb er zeitlebens eng mit seiner Heimatstadt verbunden und stellte häufig deren Lagerhäuser, Fabriken und Silos mit eindrucksvoller geometrischer Klarheit dar. Ausgebildet an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts und später in Paris, nahm Demuth Einflüsse der europäischen Avantgarde mit großer Leichtigkeit auf.
Demuth gehörte einem lebendigen Künstler*innenkreis an, zu dem auch der Dichter William Carlos Williams und der Fotograf Alfred Stieglitz zählten. Sein berühmtes Gemälde I Saw the Figure 5 in Gold überführte Williams’ Poesie in eine visuelle Form und spiegelt den engen Dialog zwischen Literatur und moderner Kunst in den 1920er-Jahren wider.
Demuth war zudem innerhalb seiner künstlerischen Kreise offen homosexuell, und Aspekte queeren Lebens finden sich auch in einigen seiner Werke. Im Juni, dem Pride Month, möchten wir Werke von LGBTQ+-Künstler*innen wie Demuth hervorheben und ihren Beitrag zur Kunstgeschichte beleuchten. Happy Pride!
PS: LGBTQ+-Künstler*innen haben die Kunstgeschichte maßgeblich geprägt. Wie gut kennst du dich mit queerer Kunst aus? Teste dein Wissen in unserem Quiz!