Die Enthauptung von Johannes dem Täufer, fertiggestellt während Caravaggios Aufenthalt in Malta im Jahr 1608, wurde von den Rittern von Malta als Altarbild in Auftrag gegeben. Es ist riesig! Es bleibt das größte Werk, das der Künstler jemals gemalt hat, und hängt bis heute in der St. John's Co-Cathedral, der Kirche, für die es geschaffen wurde. Caravaggio war zu der Zeit in den Orden aufgenommen worden und hatte zeitweise als Ritter gedient.
Seine Verbindung zu den Rittern war allerdings kurzlebig. Kurz nach der Fertigstellung des Gemäldes wurde er für ein unbekanntes Vergehen inhaftiert und entkam, was ihn erneut zum Flüchtling machte. Ungefähr sechs Monate nach seiner Einführung verbannte ihn der Orden formell und erklärte ihn zu einem „verdorbenen und niederträchtigen Mitglied.“ Die Zeremonie seiner Schändung fand Berichten zufolge in der Kapelle selbst statt – vor genau diesem Gemälde.
Caravaggio kehrte mehrfach zu dem Motiv zurück und schuf dabei Werke wie Salome mit dem Kopf von Johannes dem Täufer, heute in London und Madrid. Einige Forscher*innen glauben, dass eines dieser späteren Werke möglicherweise an den Großmeister Alof de Wignacourt geschickt worden war, als Gesuch der Versöhnung, obwohl dies ungewiss bleibt.
Das Gemälde selbst erlitt im Laufe der Jahrhunderte Schäden, wurde aber in den 1950er Jahren einer Restauration unterzogen. Während dieses Vorgangs entdeckten Beobachter*innen ein bemerkenswertes Detail: Caravaggios Signatur, die in das Blut geschrieben ist, das aus den Wunden des Heiligen fließt – „f. Michelang.o“ – weist auf seine kurze Mitgliedschaft in dem Orden hin. Die ungewöhnliche Signatur wird häufig als persönliche Nachricht des Künstlers interpretiert, dessen Leben zu der Zeit voller Gewalt, Exil und Ungewissheit war.
Noch eine Sache – heute ist der christliche Gedenktag anlässlich der Geburt von Johannes dem Täufer. :)
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PS: Einer der berühmtesten Maler aller Zeiten; hier findest du Caravaggio in 10 Meisterwerken!