Das Frühstück by Gustave Caillebotte - 1876 - 52,2 x 76 cm Private Sammlung Das Frühstück by Gustave Caillebotte - 1876 - 52,2 x 76 cm Private Sammlung

Das Frühstück

Öl auf Leinwand • 52,2 x 76 cm

  • Gustave Caillebotte - 19. August 1848 - 21. Februar 1894 Gustave Caillebotte

    1876

Es gibt einen Moment in diesem Gemälde, der dir alles über die Familie verrät, die sich zum Essen niedergelassen hat: René, Caillebottes jüngerer Bruder, hat bereits mit seiner Mahlzeit begonnen, bevor die anderen ihr Essen serviert bekommen haben. Es ist eine kleine Verletzung der Etikette, aber Caillebotte sorgt dafür, dass du sie bemerkst.

Dies ist eines von drei intimen Porträts, die Caillebotte zwischen 1875 und 1876 von seiner eigenen Familie malte, neben Bildern seiner Brüder René (aus dem Fenster blickend) und Martial (am Klavier). Das Gemälde fängt die Mittagsmahlzeit des Haushalts in ihrem Pariser Heim nahe der Rue de Miromesnil ein: seine verwitwete Mutter Céleste, in Trauerkleidung gehüllt, am Kopfende des Tisches; der Haushofmeister, der sie bedient; René, der bereits zugreift; und Caillebotte selbst, am Rand des Tisches sitzend, mit einem leeren Teller und Weinglas als einzigem Zeugnis seiner Anwesenheit – ein Künstler, der sowohl Teilnehmer als auch Beobachter seines eigenen Lebens ist.

Die wahre Kühnheit des Gemäldes liegt im Tisch. Caillebotte hat die ovale Tischfläche zu einer übertriebenen, weitausholenden Kurve gedehnt (ein zeitgenössischer Betrachter scherzte, er sehe zwölf Meter lang aus), was ein seltsames, teleskopartiges Gefühl der Distanz zwischen den Familienmitgliedern erzeugt, die technisch gesehen beisammensitzen. Drei leere Stühle, die zum Fenster zurückgezogen sind, scheinen auf Abwesenheiten zu verweisen: einen älteren Halbbruder, einen jüngeren Bruder, der woanders im Haus am Klavier sitzt, und den Familienpatriarchen, der zwei Jahre zuvor gestorben war.

In all diesen häuslichen Details ist eine stille Tragödie verborgen. René, der ruhelose, verschuldete junge Mann, der in diesem Gemälde mitten beim Essen festgehalten ist, sollte noch im selben Jahr plötzlich im Alter von nur 25 Jahren sterben.

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