Jenny Montigny war eine der bedeutendsten und doch lange übersehenen Frauen des belgischen Impressionismus. Obwohl ihr Name lange im Schatten von dem von Emile Claus, ihrem Lehrer und Gefährten, stand, hat ihr Werk und ihre wegweisende Rolle als unabhängige Künstlerin zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den letzten Jahren erneute Beachtung gefunden.
Montigny, die in Gent in eine intellektuelle Familie – ihr Vater war Universitätsprofessor für Jura – geboren wurde, entdeckte in jungen Jahren ihre Leidenschaft für Kunst, nachdem sie Claus' Gemälden im Genter Museum für schöne Künste begegnete. Entschlossen, trotz des Einspruchs ihrer Eltern, Künstlerin zu werden, nahm sie Privatunterricht bei Claus und ließ sich schließlich 1904 eigenständig in Deurle nieder. Zu einer Zeit, in der wenige Künstlerinnen alleine lebten oder arbeiteten, war Montignys Unabhängigkeit bemerkenswert. Sie war Gründungsmitglied der Gruppe Vie et Lumière und stellte regelmäßig ihre Arbeiten aus, die ihr noch zu Lebzeiten erhebliche Anerkennung einbrachten.
Das Gemälde, das wir heute zeigen, ist ein leuchtendes Gartenmotiv an einem warmen Sommertag. Montigny kreiert diesen schimmernden Effekt mithilfe lebhafter, bruchstückhafter Pinselstriche, die Formen in flackernde Muster aus Sonnenlicht und Schatten auflösen.
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Jenny Montigny