Große, gemalte Stoffe, sogenannte Pichwai, wurden in Hindu-Tempeln hinter der Hauptgottheit aufgehängt und boten damit einen kunstvollen Hintergrund zum Gebet. Dieses Beispiel wurde für Gopasthami angefertigt, das Herbstfest, das Krishnas Übergang vom Kälberhirten zum Kuhhirten feiert. Passend zum Anlass zeigt die Komposition verschiedene Kühe und spielende Kälber, die auf einer Blumenwiese grasen, und verdeutlicht dadurch Krishnas Rolle als heiliger Beschützer der Rinder.
Der tief indigoblaue Hintergrund, angereichert mit umfangreichen goldenen und silbernen Dekorationen, ist typisch für die Pichwais der Anhänger*innen von Shrinathji, einer Form von Krishna, die besonders innerhalb der Pushtimarg-Tradition verehrt wurde. Während dieser Epoche siedelten viele Mitglieder der Shrinathji-Gemeinde in den Dekkan, wo sie weiterhin prächtige Textilien in Auftrag gaben, die eine Gebetsfunktion und außergewöhnliche künstlerische Raffinesse vereinten.
Es ist toll, findest du nicht?
PS: Indiens reiche Kulturtradition zog Künstler*innen aus aller Welt an. Sieh dir an, wie fremde Künstler*innen die Schönheit Indiens abbildeten.