Heute ist Allerheiligen, ein christliches Fest, das dem Andenken aller Heiligen, bekannt und unbekannt, gewidmet ist, und ein Tag, der in vielen Ländern mit einem Friedhofsbesuch und dem Gedenken der Toten verbunden ist. Der Wunsch, die Erinnerung an jene Verstorbenen zu erhalten, reicht jedoch weit über das Christentum hinaus. Vor mehr als 2.000 Jahren baute man im antiken Griechenland aufwendige Grabdenkmäler, die die Verstorbenen symbolisch unter den Lebenden präsent halten sollten – und dieses wunderschöne Begräbnisrelief ist ein Beispiel dafür.
Es zeigt eine wohlhabende Frau, die bequem auf einem aufwendig gepolsterten Sessel sitzt, während eine junge Bedienstete ihr ein flaches Kästchen hinhält. Die Verstorbene streckt die Hand nach dem Deckel aus, ein bekanntes Motiv in der griechischen Grabkunst, in dem die Toten mit geschätzten Besitztümern aus ihrem irdischen Leben interagieren – möglicherweise als Ausdruck der Hoffnung, diese Freuden und Bequemlichkeiten mögen im Jenseits andauern. Alles an der Frau zeigt ihren privilegierten Status: Sie trägt etwas, das wie goldene, schlangenförmige Armbänder aussieht und ihr luxuriöser Stuhl ist mit Löwenpfoten und einer adlerförmigen Armstütze dekoriert. Im Kontrast dazu lassen die Kleidung und Frisur der jungen Bediensteten sie als versklavte Dienerin erkennen. Das Relief war ursprünglich Teil eines Naïskos, einem kleinen, tempelartigen Grabdenkmal, doch der obere Teil, die linke Seite und der untere Abschnitt des Bauwerks wurden später entfernt.
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PPS: Wirf einen genaueren Blick auf die Grabstelen des antiken Zypern und die Geschichten, die sie über diejenigen erzählen, die vor uns kamen.