Der Heilige Georg von Notke wurde 1471 vom schwedischen Regenten Sten Sture dem Älteren in Auftrag gegeben, um an den Sieg in der Schlacht am Brunkeberg zu erinnern. Er sollte außerdem sein Grab in Stockholm sein und in der Kirche Storkyrkan bleiben.
Um dieses innovative Werk herzustellen, wurde eine Vielzahl an Materialien verwendet: von Schnüren für die Venen des Pferdes bis zu echtem Geweih für die Stacheln des Drachen! Natürlich ist der Großteil aus Holz geschnitzt, vielfarbig (und leuchtend gefärbt), um ihm einen hohen Grad an Realismus zu verleihen.
Der Drache schlägt seine Klauen in den Unterbauch des Pferdes, welches sich vor Schmerz aufbäumt. Dabei deutet sein goldenes Sattelzeug zusammen mit der goldenen und himmelblauen Rüstung des Heiligen auf das Himmlische im Kampf über das Böse hin, aber auch darauf, dass der Sieg über das Böse nicht ohne Opfer auskommt. Im starken Kontrast dazu stehen die harten Farben und die untergeordnete Haltung des Drachen, der sich neben den zerschlagenen Überresten seiner früheren Opfer windet.
Traditionellerweise sehen wir nicht, wie der Drache das Pferd tötet. Die aufbäumende Haltung ist jedoch schwer zu meistern, weswegen der Angriff des Drachens vielleicht notwendig war, um das Werk im Gleichgewicht zu halten. Das Ergebnis dieser Änderung der Erzählung ist wundervoll und was wir schlussendlich sehen ist ein opulentes, höfisches Werk, das einem König würdig ist.
- Sarah