Chop Suey by Edward Hopper - 1929 - 81,3 x 96,5 cm Private Sammlung Chop Suey by Edward Hopper - 1929 - 81,3 x 96,5 cm Private Sammlung

Chop Suey

Öl auf Leinwand • 81,3 x 96,5 cm

  • Edward Hopper - 22. Juli 1882 - 15. Mai 1967 Edward Hopper

    1929

In dem Gemälde, das wir heute präsentieren, verwandelt Edward Hopper die alltägliche Umgebung einer bescheidenen Imbissstube in eine kinematografische Meditation. Das Gemälde deutet eine implizierte Erzählung an, während es sich auch weiteren Reflexionen über soziale Isolation, Geschlechterrollen und die kunsthistorische Abstammung öffnet, durch die solche Themen erforscht werden können.

Chop Suey wurde von den chinesischen Restaurants inspiriert, die Hopper sowohl in New York, als auch während seiner Sommerreisen frequentierte. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war das Chop-Suey-Haus zu einem einzigartig amerikanischen Phänomen geworden, emblematisch für den kulturellen Schmelztiegel der Nation. Adaptiert aus der kantonesischen Phrase tsap sui („Reste und Enden“) bezog sich Chop Suey nicht nur auf ein preiswertes Pfannengericht, sondern auch auf einen modernen Treffpunkt, wo man die Vermischung verschiedener urbaner Bevölkerungsgruppen beobachten konnte. Einst schillernde Chinatown-Nachtlokale, entwickelten sich diese Restaurants bis zur Mitte der 1920er Jahre zu zugänglichen Imbissstuben, die eine aufstrebende Arbeiterklasse bedienten.

Hopper destilliert dieses lebendige kulturelle Milieu in eine intime Szene: Zwei Frauen unterhalten sich im Vordergrund, während ein Paar schwach im Hintergrund erscheint, gerahmt vom kargen Interieur des Restaurants. Auffallend sind die leeren Tische – bis auf eine asiatische Teekanne – was Hoppers charakteristischen Minimalismus unterstreicht. Aber was Chop Suey verankert, ist nicht die Mahlzeit, sondern das Licht: Es strömt durch das Fenster, beleuchtet das kühne Schild mit dem Wort „SUEY“ und fällt über die zentrale weibliche Figur. Modelliert von Jo Hopper, sitzt sie einer anderen Frau gegenüber, wirkt aber emotional distanziert, ihr blasses Gesicht beleuchtet wie das einer Bühnendarstellerin unter einem Scheinwerfer.

PS: So wie Hopper eine geschäftige Stadt in einen einzigen, leuchtenden Moment destillierte, bietet dir unser 2026 Wochen-Tischkalender ein Jahr voller Kunst, eine Woche nach der anderen.

PPS: Edward Hopper konnte eine Tankstelle in eine existenzielle Krise verwandeln. Wie viel weißt du über ihn? Mach unser Edward Hopper QUIZ und sieh, wie gut du einen der berühmtesten amerikanischen Künstler*innen kennst!

PPPS: Für weitere Geschichten über Hopper, siehe die nachfolgenden Artikel.