Wie geht es dir heute? Hast du Weihnachten überlebt? Gut, dass heute Samstag ist!
In dem Gemälde, das wir heute zeigen, fängt Pierre Bonnard seine Lebensgefährtin und Muse, Marthe de Meligny, in leuchtendes Morgenlicht gebadet ein. Marthe, die am Frühstückstisch inmitten eines Festmahls von Äpfeln, Orangen, Trauben, Brot und einer glänzend silbernen Teekanne sitzt, hebt eine Teetasse an ihre Lippen. Die Szene strahlt häusliche Ruhe aus – ein intimer Einblick in den Alltag, vermutlich im Landhaus der Bonnards in Vernonnet bei Giverny.
Spätestens im Jahr 1917 war Bonnards meisterhafter Umgang mit Farbe zu seinem Markenzeichen geworden, wie er in diesem Gemälde klar zu erkennen ist. Die Morgensonne tränkt den Raum in goldenes Licht: Marthes mohnroter Morgenmantel lodert vor dem gelb-orangenen Schein der Fenster, ihr karamellfarbenes Haar reflektiert scharlachrote und türkise Farbtöne und sogar die weiße Tischdecke vibriert mit Strichen von Lavendel und Blau.
Bonnards Faszination mit Farbe begann früh mit den Nabis, einer Avantgarde-Gruppe, zu der unter anderem Maurice Denis, Édouard Vuillard und Paul Sérusier gehörten. Von Gauguin und Van Gogh inspiriert, wiesen die Nabis die traditionelle Perspektive zurück und feierten die Flachheit der Leinwand. Obwohl die Gruppe sich 1917 auflöste, drängte Bonnard weiterhin Farbe, Muster und Form in neue Bereiche ausdrucksvoller Freiheit.
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