Ein leuchtender Vollmond steht als einziger Zeuge eines plötzlichen Ausbruchs weißer Blüten, die in der Stille der Nacht aus einem knorrigen, uralten Pflaumenbaum hervorbrechen. Itō Jakuchū, der Schöpfer dieses traumhaften Bildes, galt als einer der Drei Exzentriker seiner Zeit, neben Soga Shōhaku und Nagasawa Rosetsu. In seinen überschwänglichen Darstellungen der Naturwelt verschmolz Jakuchū scheinbar gegensätzliche Qualitäten – scharfe Beobachtung mit schillernden Farben und dekorativer Abstraktion.
Als ältester Sohn eines Großhändlers in Kyoto geboren, erbte und führte Jakuchū zunächst das Familiengeschäft und widmete mehr als 15 Jahre dem Handel, bevor er sich im Alter von 40 Jahren vollständig der Malerei zuwandte. Datiert auf 1755, gehört dieses Werk zu den frühesten seiner signierten und datierten Gemälde.
PS: Hanami ist eine japanische Tradition der Beobachtung und des Genießens der Schönheit von Blumen, besonders der berühmten Kirschblüten (Sakura).