William Merritt Chase wurde am 1. November 1849 in Nineveh, Indiana, geboren. Im Laufe seines Lebens erweiterte er sein Gesamtwerk um Porträtmalerei, Landschaften und Stilleben und galt schließlich als einer der berühmtesten Maler und Lehrer des amerikanischen Impressionismus.
Die lockere, organische Pinselführung, die ihm zunächst die Aufmerksamkeit seiner Ausbilder einbrachte, zeigt sich in seinen späteren Landschaftsmalereien vollends ausgefeilt. 1891 nahm Chase (widerwillig) eine Lehrposition an der Shinnecock School in Southampton, Long Island an. Während der nächsten zwei Jahrzehnte war er ein vielgeliebter und respektierter Lehrer in der Künstlergemeinschaft der Schule und der erste, der Malerei im Freien unterrichtete. In „Der Lorbeerstrauch“, gemalt 1895, verwendet Chase seine unbeschwerte Pinselführung, die ihn so erfolgreich machte. Es zeigt drei junge Frauen, die durch das Gestrüpp vor einem Landhaus mit Mansardengiebeldach gehen. Chase ist bekannt dafür, seine Figuren in Landschaften markant hervorzuheben. In diesem Bild sind sie, abgesehen von den Wolken, die einzigen Quellen von purem Weiß. Außerdem ging Chase so weit, die Person ganz rechts mit einer roten Schleife auszustaffieren.
Die Erdtöne für die mickrige Vegetation im Vordergrund finden sich in den grauen Schindeln und roten Ziegeln des Hauses im Hintergrund wieder, so dass die Grenze zwischen Landschaft und Wohnhaus verschwimmt. In der Ferne fällt die Erde allmählich ab und begegnet einem leicht bewölkten Horizont, der heller wird, je weiter er entschwindet. Chase schafft eine sanfte Atmosphäre in einer Landschaft, die von einigen seiner Zeitgenossen als karg und sogar deprimierend angesehen wurde. Als Ergebnis dessen breitete sich die Landschaftsmalerei des amerikanischen Impressionismus zu solchen Schauplätzen wie Cape Cod, Massachusetts und Mendota, Minnesota, so wie auch Carmel, Kalifornien aus.
- Anthony deFeo